Newsletter 02/2002 - Juli






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Artikel



Nachlese

Ich hab sie besucht, die Schmucknacht der Kölner Schmuck Connection in der gotischen Christuskirche (Herwarthstraße).
Schmuck dargeboten in unterschiedliche tänzerische Sequenzen verpackt, passend zu den Themen des Schmucks des jeweiligen Künstlers. Verschiedene Lebensbereich wurden elegant, witzig und auch ironisch auf den Laufsteg gebracht.
Der Abend begann mit einer polinesischen Hochzeit, abgelöst vom Tanz der Fische mit Schmuck aus Fischenich, einem Ort unweit von Köln.
Unter dem Motto "Käuflich" wurde wertvoller Halsschmuck ins Rotlichtmilieu versetzt und wie in einer Szene aus einem Monumentalfilm präsentierte sich üppiger Kopf- Brust- und Hüftschmuck, ägyptisch anmutend, gefertigt aus der Tastatur oder dem Innenleben diverser Klaviere.
Gefangene mit Fußketten schleppten sich auf die Bühne um Partnerschmuck vorzustellen. Ringe um die Ewigkeit der Bindung zu manifestieren und Gliederketten um den heißgeliebten Menschen "lebenslänglich" an dieselbige zu legen. Trauerschmuck gab es und eine wundervoll "beperlte" Braut die ihren zukünftigen "Esel" dazu brachte zu ihren Füßen zu knien, schön brav ihrem Szepter mit Perlschweif folgend.
Fröhlich bunte Ringe wurden von Kindern in einer Handwerksszene dargeboten. Herrenschmuck an Machos, die von einer Dame in die Schranken gewiesen wurden. Ein "Rosenkavalier", der der romantisch geschmückten Weiblichkeit den Kopf verdreht.
Gartenschmuck, unter der Überschrift "Natur und Kunst", eine Skulptur von einer Gruppe Menschen diskutiert belächelt und bestaunt, hat schließlich eine Liebhaberin gefunden.
Haar und Federn verarbeitet zu ethnisch oder schamanisch angehauchtem Schmuck.
Unterschiedlich gefärbte Polierpinsel fürs Handstück erkannte ich auf Scheibenringen und Saugnäpfen, ursprünglich Handtuchhaken. Letztere wurden kühn auf die Stirn oder auf kurze Jäckchen aus quadratischen bunten Plättchen gedrückt.
Oder wie wäre es mit Colliers als Kopfschmuck getragen?

Es war ein wunderschöner vergnüglicher Abend! Und er machte vor allen Dinge eins klar: Handwerklich gefertigter Schmuck mit seinen Aspekten wie Ideenreichtum, gestalterischem und handwerklichem Können und seiner Symbolkraft für den Träger, gehört einfach zum Leben. Solch wertvoller und lebendiger Schmuck gehört an Mann und Frau und nicht in Vitrinen oder dunkle Banksafes. Dieser Abend zeigte dies mit Tanz und Bewegung der wohl ursprunglichsten Art von Darstellung und Kommunikation.

Hier die Mitglieder der Kölner Schmuck Connection: Sabine Bock , Barbara Drees, Petra Droege, Marcus Götten, Kathrin Hens & Edgar Jäger, Susanne Leu, Gisela Nicolaysen, Marc Saucke, Slabohm und Mertens, Stephanie Spiegel

Inge Heidecker









Histörchen

Wußten Sie schon, das ein weltberühmter Diamant der Koh-i-Noor den Sarg von Queen Mum zierte und sie auf ihrer letzten Reise begleitete? Koh-i-Noor bedeutet "Berg des Lichts". Dieser wertvolle Diamant hat eine sehr wechselvolle Geschichte und stammte ursprünglich aus Indien. Der Legende zufolge ward er als erstes auf der Stirn eines Säuglings gesehen. Ein armes Mädchen fand das Kind an den Ufern des Yamuna, einem der heiligen Flüsse Indiens. Was zunächst niemand wußte: das Kind entsrang der Verbindung des Sonnengottes Suryas und einer Prinzessin aus der Herrscherfamilie der Kaurava und hieß Karna. Karna wurde mit den Söhnen des Königs erzogen. Zwischen den Kaurava und dem verwandten Familienzweig der Pandawa brach ein langer Krieg um die Herrschaft aus. Das Epos "Mahabharata" berichtet ausführlich darüber. Arjuna aus der Pandawafamilie gewann mithilfe des göttlichn Krishna die Oberhand und Karna fiel im Kampf. Der Koh-i-Noor fiel von Karnas Stirn in den Staub und wurde von einer jungen Frau gefunden, die den Diamanten in die Stadt Thanesar zum Shiva-Tempel trug. Ein Brahmane setzte den "Berg des Lichts" auf die Stirn der Shivastatue als "Auge der Erleuchtung". Ein Räuber ließ sich laut Überlieferung einst im Tempel einschließen um das dritte Auge Shivas zu stehlen. Am nächsten Morgen war er tot. Die Brahmanen prägten auch den Satz:

"Der den Diamanten besitzt, besitzt die Welt. Doch er erfährt das größte Unglück, denn nur ein Gott oder eine Frau dürfen ihn ungestraft tragen."

Soweit die Sage.

Handfest erwähnt wird der Koh-i-Noor 1304 als eigentum des Rajas von Malva. Der Diamant soll aus den Minen von Bijapur und soll im Rohzustand über 600 Carat (ein Carat= 0,2g) gewogen haben. Nach dem Schliff wog er nur noch 186 Carat. Babur ein nachkomme Tamerlans gründete 1526 auf den Trümmern des Sltanats von Delhi das Reich der Großmogulen. den Koh-i -Noor erhielt er als Zeichen der Unterwerfung von der Witwe des getöteten Herrschers Ibrahim Lodin. 1739 mußte der Tamerlan Muhammad Shah seine Herrschaft an den persischen Thronhalter Nadir Shah abgeben. Die Beute inklusive Pfauenthron wurden nach Isfahan der persischen Hauptstadt transportiert. Den Koh-i-Noor konnte der konnte Nadir Shah jedoch nicht finden. Eine verstoßene Frau von Muhammad Shah verriet, das dieser den Diamanten immer im Turban trug. Bei einem festlichen Bankett benutzte Nadir Shah listigerweise eine alten Brauch des gegenseitigen Respekts um an das Kleinod zu gelangen. Die Turbane wurden getauscht. So soll es gewesen sein. Acht Jahre später wurde Nadir Shah ermordet. Anschließend verschlissen sich vier Herrscher innerhalb von vier Jahren auf dem persischen Thron. Der dritte von ihnen Rukh Mirza wollte Seyd Muhammad dem vierten König in der Reihe den Koh-i-Noor nicht geben und wurde daraufhin geblendet und gefoltert. Rukh Mirza wurde vom afghanischen König Achmed Shah Durani befreit und erhielt zum Dank das begehrte Juwel. Sein Enkel Zaman wurde von seinem eigenen Bruder Shuja el Mulk entthront und ins Gefängnis verbracht. Den "Berg des Lichts" gab er seinem gierigen Bruder nicht, sondern mauerte ihn im Gefängnis ein. Einige Jahre später wurde der zufällig entdeckt, doch Shuja hatte auch nicht viel Freude an dem wertvollen Stein. Nach seiner Entmachtung durch den Neffen Mahmud, nahm er ihn mit ins Exil. Der "löwe des Pandjab" Ranjit Singh gewährte Shuja el Mulk Asyl. Der mußte seinem Gastgeber als Gegenleistung den Koh-i-Noor verkaufen. Ranjit Singh ließ ihn in ein goldenes emailliertes Armband fassen. 1849 im Zuge der Kolonisierung Indiens durch die Engländer ,wurden die Schatzkammern von Lahore durch die Niederländisch-Ostindische Kompanie gelehrt. Der Koh-i-Noor ging als Geschenk an die Königin Viktoria und seither herrscht Ruhe um den Stein denn er darf sich laut testamentarischem Willen der abergläubischen Königin nur im Besitz einer Frau befinden. Ist also ein Mann auf dem englischen Thron, so darf ihn nur seine Gemahlin tragen. Von der Brillanz des Diamanten im indischen Schliff enttäuscht, gab man dem berühmten Schleifer Voorsanger den Auftrag den Koh-i-Noor zum Brillanten umzuschleifen. Er verlor fast 80 Carat an Gewicht und wiegt jetzt 108,93 Carat. Das gute Stück wurde 1937 in die Krone der Königin Elisabeth, der Königinmutter gefaßt und von ihr bei öffentlichen Anlässen getragen.

Inge Heidecker







Ausgewählte Termine



Stuttgart

Am 20. Juli 2002 ab 13 Uhr findet auf dem Messegelände in Stuttgart- Killesberg die Austellung aktueller Meisterstücke und die Sonderschau "50 Jahre Baden-Württemberg--50 Jahre Meisterstücke im Handwerk statt.




Idar-Oberstein

In Idar-Oberstein findet am 10. und 11. August der deutsche Edelsteinschleifer- und Goldschmiedemarkt statt. Am Museum Idar-Oberstein und auf dem Marktplatz stellen 30 Aussteller neue und alte Techniken ihres Handwerkes vor. Die Endprodukte sind natürlich auch käuflich zu erwerben.

mehr Infos unter: www.idar-oberstein.de



Darmstadt

In Darmstadt findet im Museum Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe eine Ausstellung über des geheimnisvolle Volk der Tuareg statt. 250 Schmuck- und Gebrauchsgegenstände werden bis zum 01.12.2002 gezeigt.





Weitere Termine



Berlin

Galerie Orea, Lnienstr 115 "body.steel.architecture"- Brigitte von Wysiecki. Schmuckobjekte aus Edelstahl, Edelstahl in der Architektur, 23. bis 28.07. 2002


Frankfurt

Galerie Gesamtmetall, Marburger Str. 4, "Identity", noch bis 27.07.


Köln

Museum für Angewandte Kunst, An der Rechtschule 1, "Die Stiftung Sieversen und der Schmuck des 19. Jahrhunders", noch bis 01.09.


Magdeburg

Kunstmuseum im Kloster Unser Lieben Frauen, "Die Dinge heimlich leben", 26.06. bis 24.07.





In eigener Sache & Quellen



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Herrausgeber des Newsletters ist:

Die Goldschmiede Heidecker
Goldschmiedemeisterin Inge Heidecker
Archimedesstrasse 57

51065 Köln

Tel.: 0221 - 614703



Quellen

- www.beyars.com
- Der Diamant Mythos, Magie und Wirklichkeit
- GZ, die Goldschmiede-Zeitung





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