|
|
Die Arbeitsmethoden
Schmieden
Die ersten Metallbearbeitungen haben nachweislich vor etwa 8000 Jahren stattgefunden. Dabei wurden Gold, Silber und Kupfer verarbeitet, da man diese Metalle gediegen (in metallischer Form) vorfand und die Nuggets nur einzusammeln brauchte. Zudem sind alle drei kalt verformbar. Das Rohmaterial wurde auf eine harte Unterlage gelegt und mit glatt geschliffenem Stein geschmiedet. Einzelne Bleche wurden aneinandergeschmiedet (Kaltpressschweißung) und z. B. durch Vernieten miteinander zu einem Schmuckstück verbunden. 1000 Jahre später finden die Menschen heraus, dass man durch Weichglühen der geschmiedeten Metalle diese weiter verformbar machten konnte. Heute schmiedet man mit dem Schmiedehammer auf einem Amboss aus Werkzeugstahl oder bearbeitet kleinere Teile mit dem Bretthammer auf einem Bretteisen als Unterlage.
>>Schmieden Druckversion<<
|
 |
Schmelzen
Schon die alten Ägypter haben das Gold zu einheitlichen Barren geschmolzen, damit der Wert jederzeit nachvollziehbar war oder halt entsprechend seiner Bestimmung, das Gold in Form gegossen. Das Schmelzgut wurde in einem Tiegel über einem Holzkohlefeuer erhitzt. Mit einem Blasrohr aus Schilf, versehen mit einer feuerfesten Spitze aus Ton führte man Sauerstoff zu und erreichte damit Temperaturen von bis zu 1300 °C. Diese Methode wurde noch bis ins letzte Jahrhundert hinein, natürlich mit Blasrohren aus Metall angewandt. Ein solcher Prozess dauerte ca. eine Stunde. Heutzutage geht alles viel schneller und ist körperlich weniger mühsam. Mit geeigneter Schmelzpistole und technischen Gasen wie Propan oder Azethylen unter Zuhilfenahme von Sauerstoff aus der Flasche, sind Gold oder Silber innerhalb von 5 min. geschmolzen und in die gewünschte Form gegossen.
>>Schmelzen Druckversion<<
|
 |
Löten und Schweißen
Gelötet wurde im Altertum mit Hilfe von Kupfererzen, z. B. Malachit. Malachit wurde zu Staub zermahlen und mit der gleichen Menge Fischleim und etwas Wasser in einem Mörser zu einer Emulsion gerieben. Dieses "chemische Lot" wurde mit einem Pinsel auf das Werkstück entsprechend aufgetragen und dieses erhitzt, bis das Lot floß und die zu lötenden Teile miteinander verband. Diese Löttechnik gab den Goldschmieden des Altertums die wunderbare Möglichkeit feine Drähte und feinste Goldkügelchen auf Oberflächen zu löten ohne das diese zusammenflossen. Diese Technik nennt man Granulation. Die Etrusker brachten sie zur Meisterschaft und heute ist keiner mehr in der Lage Arbeiten solcher Feinheit auszuführen. Betriebe die heute mit Granulation arbeiten sind spezialisiert denn die Fertigung von Schmuckstücken in dieser Technik, ist sehr zeitaufwändig. Ansonsten wird im Goldbereich heute mit sogenannten Kontrollloten gelötet, d.h. das dass Lot für 750 er Gold den gleichen Feingehalt hat (- die Legierung des Lotes genauso viel Gold enthält wie das Werkstück). Lot wird fertig eingekauft und der Schmelzpunkt wird durch Legierungszusätze, wie Cadmium heruntergesetzt. Silberlote liegen im Feingehalt unter den gängigen Legierungen die verarbeitet werden. Es sind also keine Kontrolllote. Platin wird gerne geschweißt, da die Platinlote andersfarbig sind als das verarbeitete Metall selbst. Dazu steckt man in die Fuge dünn gewalztes Platinblech und erhitzt das Werkstück, bis das Blech und die Fuge auf beiden Seiten zusammenschmelzen.
>>Löten und Schweißen Druckversion<<
|
 |
Treiben und Ziselieren
Die Techniken Treiben und Ziselieren haben sich über die Jahrtausende nicht verändert. Mit Hammer und/oder Punzen (siehe Werktisch) wird Metallblech auf einer nachgiebigen Unterlage aus Holz, Leder, Filz, Blei oder Kitt z. B. zu einem Gefäß "getrieben" . Ziselieren dient der reliefartigen Verzierung aus der Oberfläche heraus. Metallblech wird erwärmt in Kitt eingelassen. Die Grundlinien des gedachten Musters werden mit Punzen und Hammer in die Vorderseite des Bleches eingeschrotet. Abwechselnd wird nun beidseitig das Relief plastisch ausgestaltet.
>>Treiben und Ziselieren Druckversion<<
|
 |
Produced and Copyright 1999-2002 by digitalWebArt
|