Goldschmiedekunst. 5000 Jahre Schmuck und Gerät.

Gebundene Ausgabe - 239 Seiten
Verlag: Arnoldsche Verl., Stuttg.
Autor: Hermann Schadt
Erscheinungsdatum: 1996
ISBN: 3925369449
Durchschnittliche Bewertung: Keine





Vorwort

Vorwort Über Jahrtausende war die Goldschmiedekunst wie kaum eine andere Kunstgattung Ausdruck dessen, was die Menschen verehrten und was ihnen wichtig war: religiöse Werte oder die eigene Repräsentation - Wunschvorstellungen oder reale Ansprüche. Wenn man die Goldschmiedekunst als Ausdruck der Bedürfnisse der Menschen und des kulturgeschichtlichen Wandels versteht, dann überrascht auch die ständige Veränderung dieser Kunst nicht.

Am Ende unseres Jahrtausends ist die Vitalität der Goldschmiedekunst ungebrochen; sie kann auf gesellschaftliche Veränderungen eingehen. Damit will sie auch weiterhin das Bewußtsein von Menschen berühren und verändern.

Gerade im heutigen Pluralismus und Subjektivismus der Gesellschaft liegt die Funktion der Goldschmiedekunst nicht mehr nur darin, mit dem hohen Materialwert einer Arbeit die eigene soziale Stellung zu demonstrieren oder der eigenen Vergänglichkeit entgegenzutreten, sondern auch und vor allem in der Betonung der eigenen Individualität. In einer Welt der elektronischen Medien und virtuellen Realitäten bleibt das Bedürfnis der Menschen nach etwas Greifbarem, etwas sinnlich Erfahrbarem, nach Objekten, die eine Aura des individuell Gestalteten, nicht Austauschbaren besitzen.