Weitere Eigenschaften:
Silber hat von allen Metallen die höchste Leitfähigkeit von Wärme und Elektrizität. Es hat die höchste Polierfähigkeit und das höchste Reflektionsvermögen. Blattsilber hat eine Stärke von 0,0002 mm. Ein Gramm Silber lässt sich zu einem Draht von 2 km Länge ziehen.
Chemische Eigenschaften:
Silber läuft an, weil die Oberfläche mit den Anteilen an Schwefelwasserstoff in der Luft eine Silbersulfidschicht bildet. Am besten lässt es sich in Salpetersäure lösen. Diese Säure dient somit als sogenanntes Scheidewasser für Gold- Silberlegierungen. Silber wird ebenfalls durch Cyanide gelöst. Wie beim Gold ist dies wichtig für die Gewinnung.
Silberproduktion:
Lagerstätten:
Silber kommt wie Gold in gediegener Form aber auch als Erz vor. Gediegen liegt es in Legierungen mit Kupfer, Gold und Quecksilber vor, manchmal auch mit Antimon oder Wismut. Die Vorkommen in Chile, Bolivien (Potosi) und Australien sind erschöpft. Abgebaut wird noch in USA, Kanada, Bolivien (Huanchaca und Colquechaca)und im Erzgebirge. Meistens fällt Silber heutzutage als Nebenprodukt der Förderung anderer Metalle ab.
Silbergewinnung:
Wie bei der Goldgewinnung kann Silber durch Amalgamation und Cyanidlaugerei gewonnen werden.
Gewinnung aus Erzen die Silber enthalten:
Aus Kupfererzen die zusätzlich Silber enthalten bleibt das Edelmetall nach der Elektrolyse des Kupfers im Anodenschlamm. Der Schlamm wird getrocknet und mit heißer Schwefelsäure versetzt. Das Silber wird geschmolzen und zu Anodenplatten gegossen. Es folgt die elektrolytische Raffination des Silbers.
Parkes-Verfahren:
Nach dem Verhütten von Bleierzen entsteht unreines, auch silberhaltiges Blei. (Werkblei) Dieses Blei wird mit etwa 2 % Zink versetzt, dass das Silber an sich zieht und auf der Oberfläche des Bleis einen Schaum bildet der abgeschöpft wird. Dieser Schaum enthält Zink Blei und Silber. Das Zink wird verdampft. Blei und Silber bleiben in einem 50/50 Verhältnis zurück. Anschließend erfolgt die Kupellation. Die Blei Silbermischung wird erhitzt und mit Luft versetzt. Das Blei oxidiert und fließt durch Rinnen ab. Irgendwann reißt die letzte Schicht Bleioxyd auf und das Silber schaut hervor (Blicksilber). In Anodenplatten gegossen erfolgt die Raffination durch Elektrolyse.
Raffination durch die Möbiuselektrolyse:
Der Elektrolyt besteht aus einer Lösung von Silbernitrat und Salpetersäure. Die Anodenplatten werden eingehängt. Bei einer bestimmten Stromstärke scheidet sich das reine Silber an der Kathode aus Silber oder Chromnickelstahl ab. Andere unedle Metalle gehen in Lösung. Anfallendes Gold und Platin werden zu Anodenschlamm und werden ihrerseits entsprechend weiterverarbeitet.